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DIE KÜNSTLERBÜCHER DER EDITION

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Nordhäuser Grafikpreis 2015 der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung für das Originalgrafische Buch "Das tanzende Terrarium. Grotesque sentimentale

Ein originalgrafisches Buch im Handsiebdruck
Buchobjekt im Schuber/ 30cm x 30cm
40 Seiten
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Martina Hanf
Text: Klabund
Gestaltung und Illustration: Matthias Friedrich Muecke
Siebdruck: Petra Natascha Mehler
Bindearbeit: papp-o-mania
Auflage 1-50, nummeriert und signiert
Edition-Mueckenschwarm 2015
Euro 290,00 Euro

 

Wer echte Buchkunst zu schätzen weiß und außerdem Humor besitzt, kommt mit der aktuellen Mueckenschwarm-Edition fraglos auf seine Kosten. Anregung zu dem Projekt gab diesmal Klabund. Obgleich der Dichter als Symbolfigur der Goldenen Zwanziger gilt, hat man ihn heute fast schon vergessen. Immerhin schrieb er den Gedichtzyklus »Das tanzende Terrarium« vor rund einhundert Jahren. Was den Maler, Grafiker und Buchgestalter Matthias Friedrich Muecke an den Versen reizte, liegt für den, der bisherige Arbeiten von ihm kennt, auf der Hand. Es sind die Elemente, mit denen die Kunst jede Normalität unserer Welt außer Kraft setzen kann: Skurriles, Witz und Absurdität. So tanzen und schweben groteske Gestalten durch das Buch, dem es auch sonst weder an Kuriositäten noch an erotischen Anspielungen fehlt. Vereint zur Gang, jagen Aquarianer nach dem »Plankton der Zeit«. Hier zündet ein Feuersalamander in Cowboykluft sieben Scheunen an, da springt der Tigerfisch aus dem Teich und reißt ein Kalb, dort bettelt ein Prolet nicht etwa um Geld, sondern um Sonnenwürmer für seine hungernden Molche. Die schmalhüftige Libellula Immaculata breitet kokett ihre Flügel aus, während an anderer Stelle ausgerechnet die Posthornschnecke zum Liebeskurier avanciert. Ob die Annonce zur Neubesetzung des Beckens Lydias Interesse weckt, das klärt kurzerhand der Zeichner. Bravourös treibt Muecke den Unsinn stets auf den Gipfel, bläst frischen Wind ins Bild, manchmal sogar, im Sinne der Überhöhung, eigene Worte.
Kaum zu glauben, dass diese »Grotesque sentimentale« einst die Zensur auf den Plan rief, wie das Nachwort berichtet.
Im Ergebnis besticht das Buchobjekt neben sorgsam aufwendiger Machart durch höchst phantasievolles Zusammenspiel von Textinhalt und bildkünstlerischer Form. Blatt für Blatt entfaltet sich vor den Augen des Betrachters ein grandioses Gesamt(feuer)werk – Nonsens pur in Versen und Bildern.

Martina Hanf

 

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SURABAYA-JOHNNY

Ein Originalgrafisches Buch im Handsiebdruck
24 Seiten mit 12 Einlegeblättern Text, Fadenbindung, Hartcover im Schutzkarton
Text: Bertolt Brecht
Schriftgestaltung: Matthias Friedrich Muecke

Illustration: Matthias Friedrich Muecke
& Petra Natascha Mehler
Handsiebdruck: Petra Natascha Mehler, Leipzig
Bindearbeit: papp-o-mania, Leipzig
Auflage: 1-50, nummeriert und signiert
Edition-Mueckenschwarm 2013
Euro 180,00

Brandenburgischer Kunstpreis 2013 für das
Originalgrafische Buch „Surabaya-Johnny“

Eine Anmerkung

Vor mir liegt ein Skizzenbuch. Querformat. Blutrotes hält die Seiten zusammen. Rot auch das Band, das das Buch verschließt. Ein Fundstück?
Es geht um die Sehnsucht, die unglücklicherweise einem etwas tumben massigen Kerl gilt, der sich auch woanders zu vergnügen versteht: „Surabaya-Johnny“.
In leicht groteskem Stil taucht hinter den Versen von Bertolt Brecht schwarz/weiss die Geschichte einer leidenschaftlichen, dann unglücklichen Liebe auf, die sich aber in den Bildern allmählich in die Geschichte einer Rache verwandelt. So wird aus dem Klassiker der liebestraurigen Frau hier die nicht weniger traurige Geschichte einer, die sich mit verzweifeltem Genuss wehrt. Und man kann sehen, dass die Liebe Ungeheuer in die verschiedenste Richtungen gebären kann, dass die Belogene nicht minder gefährlich ist, als der Lügner.
Brechts Variation über die betrogene Liebe wird hier von Petra Natascha Mehler und Matthias Friedrich Mücke weiter variiert. Schon Bertolt Brecht, der „literarische Einbrecher“ (Tucholsky) variierte und plagiierte ein Gedicht Rudyard Kipling („Das Dschungelbuch“) namens „Mary, Pity Women!“.
Bei Mehler/Mücke befleissigt sich der Kerl der Verheißungen unserer Zeit, er ist kein Seemann mehr, er fährt einen haifischartigen Sportwagen. Die Liebe die beide erleben, ist ein Parcours, wo einer dem anderen auf der Nase herumtanzt, in flottem Strich mit schwankenden Horizonten. Und das Thema der unglücklichen Liebe, der zehrenden Sehnsucht wird durch die Hände der Bearbeiter wie universell über den Zeiten schwebend. In scharfen grotesken Skizzen leiden die Gestalten an den Abgründen, die die Ungeheuer der Liebe in uns wecken können.
Das alles in einem Buch, dass in seiner Art und Materialität einlädt, darin zu blättern und dem zeichnerischen Sog, der Mischung aus Klecks, Ornament und scharfem Strich zu folgen.
Ulrich Hüni , Regisseur

 

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VON FISCHEN UND ANDEREN VÖGELN

Objektbuch im Schuber
12 Originalsiebdrucke in Handbindung, 21cm x 59,4 cm
Auflage: 1-40, signiert und nummeriert
Text: Helene Hoffmann-Wesker
Illustration: Matthias Friedrich Muecke
Siebdruck: Petra Natascha Mehler, Leipzig
Bindearbeit: papp-o-mania, Leipzig
Edition Mueckenschwarm 2009
Euro 240,00

Ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst
„Schönste Bücher 2009“

Hier ist nicht nur die Titelgebung ungewöhnlich.
Wer das querformatige Buch aus dem rot bedruckten Schuber zieht, kann zwei »Flügel« ausklappen und sich in die Leporello-strecken einwickeln – vielleicht. Wahrscheinlicherist es, die kraftvollen Zeichnungen der seltsamen Zwitterwesen zu studieren.
Intensive Farbigkeit, dazu passende schwungvolle Schrift und sorgfältige Verarbeitung:
Dieses eigenwillige Werk hat Kraft und Witz.

Heidrun Rieble (Reclam)

 

image 1 DER TAUCHER

Friedrich von Schiller
Offsetdruck in Handbindung / Leporello 54 Seiten
Buchgestaltung und Illustration: Matthias Friedrich Muecke
Druck: Fritsch Druck GmbH, Leipzig
Bindearbeit: papp-o-mania, Leipzig

CD-Hörerlebnis
Komposition: Capey Cash
Sprecher: Thomas Nicolai
Edition-Mueckenschwarm 2014
Euro 30,00

Förderpreis für junge Buchgestaltung 2014 (Shortlist)
Deutscher Hörbuchpreis 2015 (Longlist)

„Es wallet und siedet und brauset und zischt“, auf unüber-
troffene Weise beschreibt Friedrich Schiller in seiner Ballade
„Der Taucher“ die unheimlichen Kräfte des Wassers.
Die Märchen und Sagen sind voll von Wassergeistern und Seeungeheuern in Neptuns Reich, in dem sich weiß Gott nicht nur die Menschen verlockenden Nixen tummeln. Ihnen allen gibt Matthias Friedrich Muecke in seinem Künstlerbuch Gestalt. Die Komposition des in gemalten, gezeichneten und geschriebenen Bildern die Ballade erzählenden Leporellos ist auf den Plot hin gedacht. Mit dem verheißungsvollen Happy End der Rückkehr mit dem güldenen Becher des Königs endet das erste Abenteuer des Jünglings in den tosenden Fluten.
Einem Thriller gleich wechseln Mueckes Bilder nach diesem
Moment grenzenloser Erleichterung zu einem grafisch grandios gelösten Ausdruck maßloser Enttäuschung über die Verächtlichkeit von Entscheidungsträgern, die ihren Rang und ihre Lust auf Abenteuer, zu denen ihnen selbst Entschlossenheit und Mut fehlen, über die Schicksale anderer setzen.

Peter Liebers (Autor)

 

image 1FUCKING ORANIENBURGERSTRASSE I LOVE YOU

Ein musikalisches Buchprojekt
30 Seiten, Offsetdruck 4-farbig
Paperback im Schuber mit CD
Illustration und Text: Matthias Friedrich Muecke
Musik: Capey Cash

Gestaltung: Uwe Koch
Edition Mueckenschwarm 2013
Euro 20,00

Kurz bevor uns Wendewunderkindern aller Länder, geeint durch die gemeinsame Ur- und Frühgeschichte in 1020 und 1040 Berlin und inzwischen beinah sämtlich in Urbanistik und Stadtenteignung promoviert, das Wort gentrification ganz zu Asche im Munde wird, nehmen zwei von uns ihre Werkzeuge wie Tusche und Feder, Videokamera und Laptop nebst Mikrophonen von der Wand und spielen allen minder Verzagten ein mehrspuriges Kunstwerk in die Hände, das seinesgleichen eine Weile suchen müsste:
Mit großem eigensinnigem Bildwitz wird eine Guckkasten-Perspektive auf die Oranienburger Straße der legendären Neunziger eröffnet, die auch die Härten des Soziotops einbezieht, ohne die falschen Protagonisten zu beleidigen.
Ornament und Verbrechen – mediokres Essen, Zuhälterei, Spekulation und Hundekacke erstrahlen im gleichen wildem Glamour wie die phantastischen Koinzidenzen, die künstlerische Exaltation und Alltagskomödie hier immer wieder ins Straßenbild zauberten. So wird – nach Joseph Beuys – geheilt, wer seine Wunde zeigt. Und sie sich ansieht!

Johann Christoph Riedel (freier Lektor)